Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHD)


Titel des Antrags:

Evidenz basierte, stufenweise Versorgung von ADHS über die Lebensspanne

Koordinator:

Prof. Dr. Dr. Tobias Banaschewski, ZI Mannheim

Web:

www.esca-life.org
Im Forschungsverbund ESCA-Life (Evidence-based, Stepped Care of ADHD along the life-span) werden neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen erforscht. Diese Erkrankung beginnt zumeist bereits im Kindes- und Jugendalter. Oftmals wird ADHS aber auch in das Erwachsenenalter übertragen. Zur Therapie von ADHS sind medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren verfügbar. Der Erfolg dieser Therapien ist aber individuell sehr unterschiedlich. Die Forschungsprojekte des ESCA-Life Verbundes verfolgen daher das Ziel, den Behandlungserfolg individuell zu verbessern. Hierzu sollen abgestufte Therapiekonzepte erforscht werden. Diese sehen unterschiedliche Optionen vor, die individuell angepasst werden. Die Behandlung beginnt mit einem sehr niederschwelligen Ansatz, etwa einer angeleiteten Selbsthilfe. Je nach Ansprechen wird die weitere Therapie dann entsprechend angepasst. In insgesamt vier klinischen Studien sollen abgestufte Therapieansätze an unterschiedlichen Zielgruppen erforscht werden: Vorschulkinder, Kinder im Schulalter, Jugendliche und Erwachsene. Parallel zu der eigentlichen Therapie sollen Parameter bestimmt werden, anhand derer sich der Behandlungserfolg vorab abschätzen lässt. Basierend auf den Ergebnissen der Studien wird eine Implementierung entsprechender Maßnahmen im Gesundheitswesen angestrebt. Der Behandlungserfolg nicht-pharmakologischer Therapien bei ADHS ist sehr heterogen. Patientinnen und Patienten sprechen individuell entweder besser oder schlechter auf eine bestimmte Behandlung an. Diese Unterschiede werden zunehmend anhand individueller Veränderungen der Gehirnstruktur und der Gehirnfunktion der Betroffenen interpretiert. In diesem Projekt, das vom ZI Mannheim geleitet wird, sollen diese Veränderungen daher näher untersucht werden. Ziel des Vorhabens ist es, anhand bestimmter Parameter den Behandlungserfolg einer spezifischen Therapie vorab besser einschätzen zu können. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei speziell auf die Vorhersage des Behandlungserfolges bei Verhaltenstherapie und bei Neurofeedback. Hierzu werden Patientinnen und Patienten untersucht, die an den entsprechenden Modulen in den klinischen Studien des ESCA-Life Verbundprojektes teilnehmen. Es werden Merkmale der Funktion, der Struktur und der Konnektivität des Gehirns analysiert. Dies geschieht durch Bildgebungstechniken wie Elektroenzephalographie (EEG), Magnetresonanztomografie (MRT) oder transkranieller Sonographie (TCS). Durch die Arbeiten im Vorhaben sollen zukünftige Behandlungen gezielter und effizienter auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.