Psychotische Störungen


Titel des Antrags:

Antipsychotika-induzierte strukturelle und funktionelle Gehirnveränderungen

Koordinator:

Prof. Dr. Frank Schneider, RWTH Aachen

Web:

www.apic.rwth-aachen.de
Erkrankungen aus dem Bereich der Schizophrenien gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie betreffen ca. ein Prozent der Bevölkerung (Lebenszeitprävalenz). Das Leben der betroffenen Menschen wird durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt. Deutliche Konsequenzen für die persönliche Situation, das familiäre und das soziale Umfeld sind die Folge. Die wichtigste Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit schizophrenen Erkrankungen sind derzeit antipsychotische Medikamente. Aufgrund der erforderlichen Rückfallprophylaxe kann sich die Behandlung über Monate oder Jahre hinziehen. Eine solche Dauermedikation kann sich jedoch funktionell und strukturell auf das Gehirn auswirken. Daher wird diskutiert, ob eine Dauermedikation überhaupt klinisch sinnvoll ist. Möglicherweise bietet sich auch eine Intervalltherapie als alternative Möglichkeit an. Der regionale Verbund APIC umfasst die RWTH Aachen sowie neun weitere Zentren. Diese sind die Universitäten Düsseldorf und Köln, die Bezirkskrankenhäuser Maria Hilf-Krankenhaus Gangelt, Alexianer-Krankenhaus Aachen, LVR Klink Bonn, LVR Klinik Düren, LVR Klinik Köln, LVR Klinik Langenfeld, LVR Klinik Mönchengladbach, LVR Klinik Viersen, Klinik Marienborn Zülpich und die Schwerpunktpraxis Dr. Bergmann (Aachen). Dieser Verbund wird die Effekte antipsychotischer Medikation an Patientinnen und Patienten auf die Struktur und Funktion des Gehirns erforschen. Dabei werden die Unterschiede zwischen einer Intervalltherapie und einer Dauertherapie mit zugelassenen Psychopharmaka untersucht. Im Fokus stehen hier insbesondere der klinische Verlauf und die Veränderungen des Gehirnvolumens der Patientinnen und Patienten. Das Projekt umfasst eine klinische Studie und drei ergänzende Forschungsprojekte. Die Arbeiten werden durch eine qualitätsorientierte methodische Plattform unterstützt. Das Studiendesign, eine multizentrische regionale Studie, ermöglicht es, die Variabilität der klinischen Daten systematisch zu reduzieren. Wesentliches Instrument hierfür ist die Etablierung einer zentralen Rekrutierungs- und Assessmenteinheit, die für die gesamte Studiendauer eine wesentlich bessere diagnostische Validität und Stabilität erwarten lassen.